Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von Xiaomi startete am Dienstag an den europäischen Handelsplätzen mit leichten Zuschlägen. An der Nasdaq hingegen mussten die Papiere des chinesischen Technologiekonzerns zum Wochenstart einen kleinen Rücksetzer um 1,63 Prozent auf 3,01 US-Dollar hinnehmen. Zwischenzeitlich aber stand die Xiaomi-Aktie auch in New York deutlich im Plus, und zwar mit rund vier Prozent bei 3,20 Dollar. Es scheinen also eher Gewinnmitnahmen gewesen zu sein, die zum kleinen Kursknick führten. Denn operativ ist dem Unternehmen offenbar ein Meilenstein gelungen, wie seit dem Wochenende bekannt ist.
Xiaomi entwickelt ersten, eigenen 3nm-Chip
Denn laut übereinstimmender Medienberichte hat Xiaomi, drittgrößer Smartphone-Hersteller der Welt, nun einen bedeutenden Fortschritt gemacht: Der chinesische Tech-Gigant hat demnach einen eigenen 3nm-Chip entwickelt. „Die Entwicklung eines 3nm-Chips ist ein technologischer Durchbruch“, hieß es etwa auf Schmitds Blog am Montag. Dieser ermögliche es Xiaomi, „sich unabhängiger von den großen US-amerikanischen und taiwanesischen Chipherstellern wie Qualcomm und MediaTek zu machen“. Bisher waren diese Unternehmen demzufolge „die dominierenden Anbieter für Smartphone-Chipsätze“.
Kein Wunder, dass die Nachricht über den Entwicklungsfortschritt laut smartdroid.de sogar dem chinesischen Staatsfernsehen eine Nachricht wert war. Das Design des Chips sei fertig, das nun wohl an den Fertigungspartner gegeben werden könnte. „China befindet sich bei vielen technologischen Produkten im Wettrennen mit ‚dem Westen‘ und spätestens seit dem Handelsembargo gegen Huawei (seit 2019) hat China den Fokus auf eigene Lösungen geschärft“, heißt es in dem Bericht. Xiaomi wolle ganz vorn mitspielen und das scheine jetzt zu gelingen.
- Noch aber gelte es abzuwarten, „was Xiaomi hier entwickelt hat und wie die Performance gegenüber den etablierten Konkurrenten aussieht“
- Von Samsung etwa wisse man, dass es nicht so einfach sei, mit MediaTek und Qualcomm mithalten zu können, heißt es in dem Bericht
TSMC und Mediatek waren Xiaomi voraus
In der Tat hatten TSMC und Mediatek, beide aus Taiwan, bereits im September 2023 verkündet, dass der erste Chip entwickelt worden sei, der die fortschrittliche 3-nm-Fertigung von TSMC verwendet. Das Einsatzgebiet werden die Flaggschiff-SoCs der Dimensity-Serie von Mediatek sein, die Massenfertigung solle 2024 beginnen, hieß es damals. Mit dem ersten Chip, der in drei Nanometern gefertigt worden ist, verspreche sich Mediatek „einen Schub in Sachen Leistung, Energie und Ausbeute“, so pcgameshardware.de.
Und die Entwicklung geht ja weiter: Während bei Xiaomi beim Erstling noch vieles unklar ist, testet Samsung schon die zweite Generation der 3-nm-Fertigung, wie das Techportal Golem bereits im Januar meldete. „Dabei handelt es sich laut dem Bericht um ein System-on-Chip (SoC) für Wearables, das in der Galaxy Watch 7 sein Debüt haben soll“, hieß es. Dass mit neuen Fertigungsprozessen zunächst kleine Chips gefertigt werden, bei TSMC traditionell Apples Smartphone-SoCs, sei „zwar üblich, dieser erscheint aber doch sehr klein“. Als zweiter Chip soll demnach der Exynos 2500 für das kommende Galaxy S25 geplant sein.
Xiaomi-Aktie verdoppelte sich seit Februar im Wert
Vielleicht erklärt sich mit den Fortschritten anderswo auch die insgesamt eher zurückhaltende Reaktion an den Börsen nach der Neuigkeit. Doch immerhin liegt die Xiaomi-Aktie im Oktober damit noch immer im Plus: Nach dem letzten festgestellten Kurs im September bei 2,84 US-Dollar beträgt der Aufschlag aktuell sechs Prozent. Dazwischen allerdings lag das Jahreshoch vom 8. Oktober bei 3,40 Dollar, seitdem hat Xiaomi wieder knapp zweistellig an Börsenwert abgegeben.
Mittelfristig aber kann sich die Aktienperformance bei Xiaomi noch immer mehr als sehen lassen: Auf Jahressicht haben die Papiere gut achtzig Prozent dazugewonnen. Nimmt man das Jahrestief aus dem Februar als Rezerenz, das bei 1,51 Dollar ausgebildet worden war, hat sich die Xiaomi-Aktie seitdem im Wert noch immer glatt verdoppelt.
Analysten passten Xiaomi-Kursziele hektisch an
Das kam nicht von Ungefähr: Nach erheblichen Einbußen 2023 im Smartphone-Segment verzeichnete der chinesische Hersteller im ersten Halbjahr 2024 ein Wachstum von 22 Prozent. Beobachter erwarten, dass das Unternehmen auch im zweiten Halbjahr zweistellig wachsen wird. Erstmals seit drei Jahren verkaufte Xiaomi laut den Marktforschern von Counterpoint Research weltweit zuletzt mehr Smartphones als iPhone-Hersteller Apple.
Die Analysten hatten mit dieser Entwicklung so nicht gerechnet: Das durchschnittliche Kursziel für die Xiaomi-Aktie lag im Februar laut aktien-guide bei 12,20 Honkong-Dollar, umgerechnet lediglich 1,57 US-Dollar. Hektisch passten sie angesichts des rasanten Aufstiegs (zunächst hauptsächlich ausgelöst durch das erste Elektroauto der Chinesen) in der Folge ihre Prognosen an. Mit einem Zielkurs von 3,11 US-Dollar sind diese allerdings fast schon wieder erreicht, waren kurzzeitig sogar bereits übertroffen. Wie sehr sie der Entwicklung hinterherhinken, zeigen die Empfehlungen. Von 36 Analysten
- empfehlen aktuell 32 die Xiaomi-Aktie zum Kauf
- lediglich drei plädieren bei dem Titel auf „Halten“
- ein einziger hat die Aktie auf der Verkaufsliste
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