Liebe Leserin, Lieber Leser,
wer dachte, dass es bei Wasserstoff-Aktien kaum noch schlimmer konnte, der wurde am gestrigen Dienstag schmerzhaft eines Besseren belehrt. Noch immer bekamen wir von der sehnlichst herbeigewünschten Erholung im Segment nichts zu sehen. Stattdessen setzten sich die Verluste fort, und das teils in einem atemberaubenden und umso mehr besorgniserregenden Tempo. Ihr Fett weg bekamen vor allem einstige Highflyer und Lieblinge der Börsianer.
Es zeichnete sich aber branchenweit ein geradezu vernichtendes Bild und verfolgt man rein die Aktienkurse bei Wasserstoff-Aktien, so drängt sich glatt der Verdacht auf, als hätten die Bullen das Thema schlicht fallengelassen. Dutzende Titel mussten rote Vorzeichen verkraften. Viele rutschten auf neue Tiefststände, andere sind kurz davor. Was läuft da nur schief?
Nel ASA in trauriger Verfassung
An vorderster Front der Verlierer fand sich unter anderem die Aktie von Nel ASA, die wohl endgültig den Boden unter den Füßen zu verlieren scheint. Vor wenigen Tagen sprachen wir in diesem Newsletter noch über das 52-Wochen-Tief, welches zumindest etwas Unterstützung mit sich hätte bringen können. Jetzt sind wir schon zwei Schritte weiter und Nel verließ den Handel am Dienstag mir gerade noch 0,48 Euro. Solche Kurse gab es schon seit Jahren nicht mehr zu sehen. Im laufenden Jahrzehnt ist es ein neues Rekordtief und von goldenen 20ern kann da bisher wohl nicht einmal ansatzweise die Rede sein.
Nel ASA Aktie Chart
Vollkommen überraschend kommt die Entwicklung freilich nicht. Leser dieses Newsletters wissen über die spärlichen Neuigkeiten rund um den norwegischen Konzern, welche sinnbildlich für die gesamte Branche stehen. Natürlich lässt sich mit etwas Fantasie ein Bild zeichnen, bei dem Wasserstoff in Zukunft fossile Brennstoffe ersetzen und damit einen Milliarden- wenn nicht Billionenmarkt auf die Beine stellen könnte. Nur ist davon in der Praxis eben erstaunlich wenig zu sehen und bei einem Blick auf die Fundamentalindikatoren von Nel herrscht große Ernüchterung.
Plug Power im Sog der Tiefe
Bisher gibt es auch keinerlei Anzeichen dafür, dass die Bullen eine schnelle Erholung auf die Beine stellen könnten. Am Mittwochmorgen gab es bei Nel ASA kurz nach Handelsbeginn weitere Abschläge zu sehen, wenn auch in einem noch überschaubaren Rahmen. Überhaupt nicht mehr zu halten sind die Bären aber, wenn es um die Aktie von Plug Power geht.
Jene wertete heute früh um weitere 3,8 Prozent ab, was erstmal für den oftmals unter Druck stehenden Titel noch nicht weiter dramatisch klingen darf. Ruft man sich aber ins Gedächtnis, dass es tags zuvor schon um über neun Prozent in die Tiefe ging und mit 2,70 Euro der tiefste Stand seit Jahren erreicht wurde, sieht die Angelegenheit schon anders aus. An den US-Börsen, die zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels noch geschlossen waren, sieht die Lage derweil nicht viel besser aus. Vor rund einer Woche sprachen wir hier noch über einen möglichen Support bei 4 US-Dollar. Mittlerweile droht Plug Power, unter 3 Dollar zu fallen. Die Entwertung des Titels schreitet im hohen Tempo voran und jeder weitere Abschlag erhöht den Verkaufsdruck noch zusätzlich.
First Hydrogen im Blick
Die große Wachstumsstory bei Nel ASA und Plug Power scheint nur noch eine weit entfernte und luftige Fantasie zu sein. Da ist es den Anlegern nicht zu verdenken, wenn diese sich vielleicht nach Alternativen umsehen. Eine davon will das Portal „researchanalyst.com“ identifiziert haben. Das noch junge Unternehmen First Hydrogen aus Kanada wird als günstig bewertet und aussichtsreich angesehen. Als Argumente werden dabei auch nicht nur Zukunftsfantasien ins Feld geführt, wenngleich solche natürlich auch eine Rolle spielen.
Die Experten berufen sich auch auf die Zahlen aus dem vergangenen Jahr, welche ein deutliches Wachstum erkennen lassen sollen. Dazu wird auf laufende Projekte und erwartete Folgebestellungen in Nordamerika verwiesen. Dort will First Hydrogen in Zukunft nicht nur Wasserstoff-Nutzfahrzeuge, sondern auch den dafür benötigten Treibstoff anbieten. Eine Anlage dazu soll in Quebec entstehen. Das liest sich durchaus spannend. Doch untätig sind andere Unternehmen ebenfalls nicht.
Rien ne va plus?
Es bleibt die große Frage im Raum, ob First Hydrogen die ambitionierten Vorhaben gelingen werden und ob im Zuge dessen keine finanziellen Probleme auftauchen werden. Nun sollen an dieser Stelle keine unangenehmen Szenarien heraufbeschworen werden. Es wäre den Anlegern gegenüber aber auch unehrlich, die Möglichkeit von Rückschlägen nicht mindestens zu erwähnen.
Wasserstoff-Aktien bleiben nach wie vor eine Wette, und der Einsatz wurde nach den jüngsten Kursstürzen noch einmal erhöht. Chancen bei First Hydrogen und anderen Unternehmen sollen damit gar nicht in Abrede gestellt werden. Ich persönlich sehe selbst für Nel ASA noch die Möglichkeit eines Comebacks und habe nicht einmal das mit Liquiditätsproblemen kämpfende Plug Power vollständig abgeschrieben. Doch momentan bieten sich den Börsianern abseits von guten Hoffnungen und Wünschen eben kaum Argumente für Zukäufe. Da ist es nur nachvollziehbar, zunächst auf der Seitenlinie zu verbleiben und dort zumindest auf erste Anzeichen des schon so lange herbeigesehnten Durchbruchs im Wasserstoff-Segment zu warten.
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