Liebe Leserin, lieber Leser,
Wasserstoff-Aktien überraschen selbst erfahrene Anlageprofis.Das Investment ist einerseits attraktiv. Denn seitens Politik und Wirtschaft mangelt es nicht an positiven Signalen. Andererseits gilt das Investment als spekulativ. Daher bleibt es rund um Nel ASA. Plug Power und Co spannend. Deshalb geht es im heutigen Newsletter Wasserstoff Briefing u.a. um äußere Einflüsse.
Die ganze Welt blickt gerade nach Scharm El-Scheich. Denn dort findet zurzeit die 27. UN-Klimakonferenz statt, international als COP 27 bezeichnet. Dabei geht nicht nur um das Erreichen der Klimaziele, sondern auch um deren Finanzierung. Naturgemäß ein Thema, das die Teilnehmer (und die Berichterstatter) etwas nervös macht. Inhaltlich geht es außerdem um Wasserstoff.
COP27: Wasserstoff im Fokus
So steht das Thema Wasserstoff auf der Agenda der Bundesregierung ganz oben, wie wir etwa aus der Wochenzeitung „ Die Zeit“ erfahren können. Die Bundesregierung wolle, so heißt es in dem Bericht, auf der Klimakonferenz über den Ausbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft in Entwicklungsländern verhandeln.
Dazu gehört das Stichwort Klimapartnerschaften. Diese sogenanntenJust Energy Transition Partnerships (JETP) will man demnach auf- und ausbauen. Klimapartnerschaften rund um den Globus dürften ganz im Sinne der Wasserstoff-Player wie etwa Nel ASA und Plug Power sein. Denn dergleichen Partnerschaftensollten Wasserstoff-Projekte samt Förderung nach sich ziehen.
Daran hätte speziell Nel ASA wohl kaum etwas auszusetzen. Die Aktie des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten hat sich in der zurückliegenden Woche achtbar geschlagen. Denn die Nel ASA-Aktie markierte seit langem mal wieder einen Aufwärtstrend. Von einer „Mini-Rallye“ ist dabei u.a. die Rede gewesen.
Doch wie fragil das Ganze sein kann, zeigte sich laut diverser Meldungen bereits schon wieder am heutigen Montagmorgen: Die Nel ASA-Aktie ist demnach mit einem kleinen Minus in den heutigen Tag und damit die aktuelle Handelswoche gestartet. Auch der formale Abwärtstrend des Wertpapiers halte demzufolge an, wie Kollegen schreiben.
Plug Power vor den Zahlen
Vor diesem Hintergrund komme auch den aktuellen Quartalszahlen von Konkurrent Plug Power eine erhöhte Bedeutung zu. Denn der US-amerikanische Wasserstoff-Spezialistgibt am morgigen Dienstagnachmittag, 8. November, seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2024 bekannt. Zwar rechnet niemand mit positiven Überraschungen bei den Zahlen.
Doch auch Ausblick und Prognosen sowie mögliche neue Aufträge seitens Plug Power könnten die Wasserstoff-Branche insgesamt beeinflussen. Außerdem ist natürlich auch immer interessant, wie die Analysten Plug Powers Zahlenwerk bewerten, welche Angaben sie zum Kursziel machen und wie sie die Entwicklung des Wasserstoff-Sektors insgesamt einschätzen.
Die Kursperformance der Nel ASA-Aktie
Eine gewichtige Rolle spielt bei den Analysen zum Wasserstoff-Markt auch das Thema Elektrolyseure. Ein Markt, dem die Experten mittlerweile ein enormes Wachstum prognostizieren. Der Markt für Elektrolyseure ist für Nel ASA und Plug Power gleichermaßen interessant. Ihre jeweiligen Technologien in diesem Bereich konkurrieren miteinander.
Doch wenn man sich die jüngsten Äußerungen von Nel ASAs CEO Håkon Volldal im Gespräch mit der Branchen-Plattform „Hydrogen Insight“ ansieht, gilt seine größte Sorge wohl nicht Plug Power. Die Plattform „Hydrogen Insight firmiertals Wasserstoff-Spezial-Seite und Ableger von „Recharge“. Ihr hat Volldal kürzlich ein Interview gegeben.
Elektrolyseure: Chinesische Konkurrenz
Dabei ging es um den Druck, dem sich der europäische Wasserstoff-Elektrolyseur-Sektor laut Volldal ausgesetzt sieht. Dieser erwachse demnach vor allem durch die schnell wachsende chinesische Konkurrenz. Daran ließ Nel ASAs CEO nicht den geringsten Zweifel: Der europäische Markt könnte durch chinesische Billigimporte vom Zusammenbruch bedroht sein, so die These.
Als warnendes Beispiel gilt demnach die einst führende europäische Solarmodul-Industrie. Diese sei innerhalb nur weniger Jahre komplett eingebrochen, nachdem billige chinesische Module Ende der 2000er Jahre den Markt überschwemmten. Genau dieses Szenario hat erst kürzlich ein Bericht des Analysehauses BloombergNEF skizziert.
Nel ASA: Appell an die EU
Bei Wasserstoff könne nun das Gleiche passieren wie bei der Solarenergie, befürchtet laut „Hydrogen Insight“ Nel ASAs CEO Volldal. Demnach warnt Volldal die EU davor, ausschließlich die Wasserstoffproduktion zu subventionieren – wie sie es mit einem System im Stil von sogenannten Differenzverträgen plane, hieß es.
„Wenn man nur die Hersteller von Wasserstoff unterstützt, werden die EU-Gelder in den Import billiger Technologie fließen, die außerhalb Europas produziert und hergestellt wird“, sagte demnach Volldal. Im Weiteren fordere er die europäischen Politiker auf, durch die Einführung von Anforderungen an den lokalen Anteil gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Führungsrolle für Europa?
So könnte man verlangen, dass ein bestimmter Anteil an Ausrüstung und Rohstoffen aus der EU stammt oder dass die Produktion oder Montage in Europa stattfindet. „Ich sage nicht, dass es unmoralisch und unethisch ist, Dinge in China zu produzieren“, fuhr Volldal demnach fort. Was er hingegen sage, sei folgendes:
Die EU müsse sicherstellen, dass die Gelder tatsächlich so verwendet werden, wie sie gedacht seien, nämlich so, dass Europa eine Führungsrolle übernehme. Das erreiche man nicht, wenn man Geld für den Aufbau von Kapazitäten und die Entwicklung von Technologien außerhalb Europas ausgebe.
USA: Vorreiterrolle bei grünem Wasserstoff
Angesichts der noch bestehenden Überlegungen in der EU und der noch ausstehenden Entscheidungen kam dann natürlich auch der US-Inflation Reduction Act (IRA) zur Sprache. Das auch als US-Klima- und Steuer-Paket bezeichnete Gesetz hat bekanntlich schon einiges an Staub aufgewirbelt und dadurch auch die Wasserstoff-Branche gepusht.
So sieht es demnach auch Volldal. Seiner Ansicht nach hätten die USA durch den IRA eine weltweite Vorreiterrolle eingenommen. Der Gesetzentwurf beinhaltet eine Steuergutschrift für Wasserstoff in Höhe von maximal 3 US-Dollar pro Kilo, wodurch grüner Wasserstoff aus den USA zur weltweit billigsten Form von Wasserstoff werden kann.
Wasserstoff-Aktien: Im Interesse der Anleger
Höhere Nachfrage nach Wasserstoff-Elektrolyseuren bedeute, dass führende Hersteller die Preise erhöhen könnten, sagte demnach Nels CEO. Dies sei einer der Hauptgründe, warum Nel seine nächste Fabrik in den USA und nicht in der EU bauen will, hieß es weiter.
Denn ob Nel ASA die nächste Fabrik in der EU oder anderswo baue, hänge davon ab, wo die Kunden sind, sowie von den verfügbaren Subventionen. „Wir müssen sicherstellen, dass wir nicht mit Unternehmen konkurrieren, die viel Unterstützung erhalten, während wir unsere Investitionen mit unserem Eigenkapital tragen“, sagte Volldal laut Bericht.
Damit hat Nel ASAs CEO den Finger in die Wunde gelegt. Denn die Frage der Finanzierung ist sowohl für Wasserstoff-Player als auch für die Anleger von Wasserstoff-Aktien ganz entscheidend. Und es bleibt daher weiterhin spannend, welche Entscheidungen die Politik trifft – ob in Brüssel oder auch in Scharm El-Scheich – und welche Signale davon für Wasserstoff ausgehen.
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