Liebe Leserinnen und Leser,
Wasserstoff-Aktien stehen in der Kritik. Denn es mehren sich Zweifel an der Sinnhaftigkeit einzelner Wasserstoff-Anwendungen. Dessen ungeachtet besteht weiterhin Anleger-Interesse an Nel ASA, Plug Power und Co. Doch diesen steht eventuell eine weitere Durststrecke bevor. Daran könnte auch die USA-Politik schuld sein – mehr dazu im heutigen Newsletter Wasserstoff Briefing.
Schwarzer Mittwoch für die Börse? Dafür spricht im Moment einiges. Denn am gestrigen Dienstagabend haben sich die Auswirkungen der Zinsaussagen der US-Notenbank Fed und die Arbeitsmarktdaten aus den USA erneut negativ auf den Dax ausgewirkt. Und dann kam am heutigen Mittwochmorgen noch die Hiobsbotschaft aus Washington dazu:
Wasserstoff-Aktien: Banger Blick nach Washington
Im machtpolitischen Kampf haben radikale Republikaner den Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, aus dem Amt getrieben und das Parlament so ins Chaos gestürzt. Denn bis zur Wahl eines neuen Vorsitzenden ist das Repräsentantenhaus quasi handlungsunfähig. Dabei müssten die Abgeordneten nun über den Bundeshaushalt entscheiden.
Ein beschlossener Übergangshaushalt läuft Mitte November aus. Verabschiedet man bis dahin kein neues Budget, droht ein „Shutdown“, ein Stillstand der Regierungsgeschäfte. Und dann wäre wohl demnach auch unklar, wie es mit den Subventionen für Erneuerbare und Wasserstoff weitergeht. Daher dürften auch Nel ASA, Plug Power und Co sorgenvoll Richtung Washington blicken.
Die Kursperformance der Nel ASA-Aktie
Das mag zunächst ein wenig weit hergeholt klingen. Doch während viele Medien nun darüber diskutieren, was das Chaos in den USA für deren Ukraine-Hilfe bedeutet, sehen wir auch andere Ausgaben der Biden-Regierung in Gefahr. Dazu gehört der Klimaschutz. Und das könnte Nel ASA betreffen, ebenso Plug Power oder auch Bloom Energy, Stichwort: Inflation Reduction Act (IRA).
Nel ASA-Aktie: Der nächste Absturz
Doch bevor wir auf den aktuellen Stand beim IRA eingehen, ein Wort zu Nel ASA: Der norwegische Wasserstoff-Spezialist kann Turbulenzen an den Märkten wohl derzeit am wenigsten gebrauchen. Wobei derzeit noch überhaupt nicht klar ist, ob es zu diesen an den Börsen überhaupt kommt. Doch auch ohne zusätzliche Störfeuer ist Nel ASA verheerend in den Tag gestartet.
Das zeigt der Absturz der Nel ASA-Aktie am frühen Mittwochmorgen. Davon hat sich der Titel bisher – Stand: Mittwochmittag – nicht erholt. Und wir reden hier von einem Bereich der sich unterhalb der 0,70 Euro-Marke befindet. Da es zudem weiterhin keine News von Nel ASA gibt, bleibt nur der Blick auf die jüngste Meldung: die Standort-Entscheidung für die US-Gigafactory.
Plug Power und Co: Warten auf US-Vorschriften
Ausgerechnet. Das ist gerade ein wenig arg dünn als Argumentation, siehe oben. Auch Plug Power, wie überhaupt die gesamte US-Wirtschaft, dürfte von den politischen Ereignissen der vergangenen Stunden nicht begeistert sein. Plug Power galt und gilt als der große Profiteur des IRA und der dort enthaltenen Steuergutschriften für die Produktion von sauberem Wasserstoff.
Hierbei hat das zuständige US-Finanzministerium noch immer nicht die US-Vorschriften für grünen Wasserstoff präzisiert. Zur Erinnerung: Die H2-Regeln, die man bereits im August veröffentlichen wollte, sind von weitreichender Bedeutung. Denn sie legen fest, welche Projekte von der 45V-Subvention profitieren, bei der grüne H2-Hersteller die volle Steuergutschrift erhalten können.
US-Steuergutschriften: Wachsende Unsicherheit
Über die möglichen Gründe für die Verzögerung bei der Festsetzung der Richtlinien, hat am gestrigen Dienstag das auf Wasserstoff-Themen spezialisierte Portal „HydrogenInsight“. Dabei hat man sich auf exklusive Informanten berufen, die nicht genannt werden wollten. Jenseits der Spekulationen über neue Gründe macht der Bericht jedoch einen Zusammenhang deutlich:
Die Verzögerungen bei der Veröffentlichungen der US-Vorschriften ließen sich demnach auch auf die Ungewissheit rund um die Verabschiedung des Jahreshaushalts der USA durch den Kongress in den letzten Wochen zurückzuführen. Das gehe aus einem Statement von Frank Wolak, Präsident und CEO der Fuel Cell and Hydrogen Energy Association, hervor, schreibt „HydrogenInsight“
Bloom Energy: Noch ein Profiteuer
Eine Ungewissheit, die sich nach der Abwahl des Republikaners McCarthy als Sprecher des Repräsentantenhauses durch die Republikaner, noch verschärfen dürfte. Denn – wie wir eingangs bereits ausführten – die Verabschiedung eines Jahreshaushaltes ist nun angesichts dieses „Putsches“ unsicherer denn je.
Daher ist anzunehmen, dass man auch bei Bloom Energy, dem Wasserstoff-Player aus dem Klimaschutz-Vorreiter-Staat Kalifornien, mit Sorge Richtung Washington blickt. Denn auch Bloom Energy zählt regelmäßig zu den Profiteuren des Inflationen Reduction Acts und den geplanten Ausgaben für Wasserstoff und Co.
Wasserstoff-Aktie: Wie lange hält der Optimismus jetzt?
Darüber hinaus gehört Bloom Energy zu den Favoriten der Analysten. Das lässt sich anhand der aktuellen Einschätzungen bei MarketScreener deutlich ablesen: Neun von 23 Analysten plädieren für einen Kauf der Bloom Energy-Aktie. Fünf votieren für Aufstocken. Weitere neuen Analysten setzen auf ein „Halten“ der Aktie.
Damit befindet sich die Mehrheit der Analysten bei den Erwartungen zur Bloom Energy- Aktie im grünen Bereich. Der aktuelle Kursverlauf der Aktie am heutigen Mittwoch spiegelt das zwar nicht wider. Doch auch bei diesem Titel dürfte das ihm langfristig zugebilligte Potenzial ausschlaggebend sein für die Einschätzungen. Mal sehen, ob und wie lange der Optimismus der Analysten anhält.
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