Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Money Trail!
Jeden Samstag teile ich mit Ihnen die spannendsten Aktien- und Finanzstorys der Woche.
Mein Name ist Felix Baarz, und ich bin seit über 15 Jahren als Wirtschaftsjournalist tätig.
Mit meiner Erfahrung als Reporter für internationale Finanzmärkte, unter anderem von der Wall Street in New York, möchte ich Ihnen fundierte Einblicke und Orientierung in einer immer komplexeren Finanzwelt bieten.
Mein Ziel ist es, Ihnen komplexe Themen einfach und klar zu erklären, damit Sie informierte Entscheidungen treffen können.
In der heutigen Ausgabe beschäftigen wir uns mit drei spannenden Entwicklungen in der Welt der Finanzen und Technologie:
- Einem Bieter-Wettstreit rund um die Apple Kreditkarte,
- PayPals Einstieg in den Werbemarkt in Großbritannien
- Und einem möglichen Wendepunkt in der Regulierung von sogenannten Stablecoins in den USA.
Der Kampf um die Apple Card: Visa will Mastercard ablösen
Was ist passiert?
Visa hat Apple ein Angebot über rund 100 Millionen US-Dollar unterbreitet, um künftig als Partner für die Apple Card zu fungieren. Bisher nutzt Apple dafür Mastercard als sogenanntes Zahlungsnetzwerk – also das System, das im Hintergrund dafür sorgt, dass Transaktionen abgewickelt werden.
Die aktuelle Situation ist deshalb spannend, weil Goldman Sachs, der bisherige Herausgeber (Issuer) der Apple Card, sich aus dem Geschäft zurückziehen will. Für andere Finanzinstitute und Zahlungsdienstleister öffnet sich dadurch ein seltenes Zeitfenster, um sich einen attraktiven Platz im Apple-Ökosystem zu sichern.
Wer mischt noch mit?
Neben Visa sind auch American Express und weitere große Banken wie JPMorgan Chase, Barclays und Synchrony Financial interessiert, entweder das Netzwerk oder den Herausgeber-Part zu übernehmen. Besonders interessant: American Express könnte sogar beides übernehmen – Netzwerk und Bank in einem.
Warum ist das wichtig?
Die Apple Card hat aktuell rund 12 Millionen Nutzerinnen und Nutzer und ein Kreditvolumen von 17 bis 20 Milliarden Dollar. Obwohl Goldman Sachs finanziell eher schlechte Erfahrungen gemacht hat – mit Verlusten von über 7 Prozent laut Analysten – ist die Karte für viele andere Player attraktiv. Warum? Weil sie direkten Zugang zu Apples Nutzerbasis und deren Kaufverhalten bietet.
Visa und Mastercard haben durch ihre weit verbreitete Technik für sogenannte Tokenisierung – ein wichtiger Baustein für digitale Zahlungen – vermutlich bessere Karten als American Express, dessen Netzwerk deutlich kleiner ist.
Was bedeutet das für uns?
Wer auch immer den Zuschlag bekommt, kann in den kommenden Jahren mit neuen Einnahmequellen rechnen und wird wohl eng mit Apple an weiteren Innovationen rund ums Bezahlen zusammenarbeiten. Für uns Verbraucherinnen und Verbraucher könnte das mehr Komfort und neue Bonusprogramme bedeuten.
Langfristig ist der Kampf um die Apple Card ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Rollen im Finanzsystem verschieben: Technologiekonzerne wie Apple nehmen immer stärker Einfluss und zwingen klassische Banken und Zahlungsanbieter dazu, sich anzupassen – oder zurückzubleiben.
Apple Aktie Chart
PayPal baut seine Werbeplattform aus – und startet jetzt auch in Großbritannien
Was ist passiert?
PayPal wird ab Juli 2025 auch in Großbritannien mit seiner Werbeplattform „PayPal Ads“ starten. In den USA ist der Dienst bereits aktiv. Unternehmen können dort gezielt Werbung schalten – basierend auf den tatsächlichen Käufen der Nutzerinnen und Nutzer.
Warum ist das besonders?
Im Gegensatz zu Plattformen wie Google oder Facebook, die hauptsächlich Klickverhalten und Suchanfragen auswerten, hat PayPal Zugriff auf reale Transaktionen: Wer hat was, wann und wo gekauft? Mit über 400 Millionen PayPal-Nutzern, 90 Millionen Venmo-Konten und Millionen von Nutzern der Shopping-App „Honey“ ist das eine extrem mächtige Datenbasis – insgesamt rund 225 Milliarden Transaktionen.
Wer steckt dahinter?
Geleitet wird die Werbesparte von Mark Grether, einem erfahrenen Manager, der zuvor bei Uber für Werbung zuständig war. Unternehmen können mit der Plattform sogar gezielt für einzelne Produkte werben – auf Basis echter Käufe, nicht bloß Interessen.
Was bedeutet das?Der Einstieg in den Werbemarkt ist für PayPal ein wichtiger Schritt zur Diversifizierung der Einnahmen. Der Margendruck im klassischen Zahlungsverkehr wächst, daher suchen viele Anbieter – auch Klarna, Revolut oder Chase – nach neuen Geschäftsfeldern.
Analysten erwarten, dass der Markt für sogenannte „Financial Media Networks“ bis 2026 auf 1,5 Milliarden Dollar anwachsen wird – mit jährlichen Wachstumsraten von über 100 Prozent.
Aber was heißt das für die Nutzer?
Noch ist unklar, wie sichtbar oder aufdringlich die Werbung für Nutzer wird. Klar ist: PayPal muss vorsichtig sein. Zu viel Werbung könnte das Vertrauen schädigen. Die Werbung muss sinnvoll in den Bezahlprozess integriert werden – etwa in Form von Produktempfehlungen oder Cashback-Angeboten.
Apple Aktie Chart
Stablecoins: Erste große US-Regulierung nimmt Form an
Was ist passiert?
In den USA hat der Finanzausschuss des Repräsentantenhauses ein Gesetz zur Regulierung sogenannter Stablecoins verabschiedet. Diese digitalen Währungen sind meist an den US-Dollar gebunden und sollen besonders stabil sein. Ziel ist es, erstmals klare Regeln für diese Form von Kryptowährungen zu schaffen.
Warum die Aufregung?
Das Thema ist politisch hochbrisant, denn ein Unternehmen mit Verbindung zur Trump-Familie – World Liberty Financial – hat vor Kurzem seinen eigenen Stablecoin „USD1“ auf den Markt gebracht. Demokratische Abgeordnete wollten verhindern, dass Personen in Regierungsämtern selbst wirtschaftlich von Stablecoins profitieren können. Bisher ohne Erfolg – die Republikaner blockierten entsprechende Änderungen.
Was ist der Streitpunkt?
Ein weiteres heißes Eisen: Soll es erlaubt sein, auf Stablecoins Zinsen zu zahlen? Kryptowährungs-Firmen wie Coinbase sind dafür. Die Banken-Lobby dagegen, denn sie befürchtet, dass dann Kapital von klassischen Sparkonten in die digitale Welt abfließt. Die Folge: Banken könnten weniger Kredite vergeben – das würde die Wirtschaft direkt treffen.
Was kommt als Nächstes?
Im US-Senat wurde bereits ein ähnliches Gesetz verabschiedet, das jetzt mit dem neuen Entwurf des Repräsentantenhauses abgestimmt werden muss. Die endgültige Fassung könnte die Zukunft des digitalen Dollars maßgeblich beeinflussen.
Warum ist das relevant?
Stablecoins gelten als Brücke zwischen traditioneller Finanzwelt und Krypto-Ökonomie. Je nachdem, wie streng oder offen die Regulierung wird, könnten sie zum Motor für digitale Zahlungen werden – oder ausgebremst werden. Wenn Zinszahlungen erlaubt werden, könnten Stablecoins für viele Menschen eine attraktive Alternative zum klassischen Sparkonto werden.
Apple Aktie Chart
Fazit: Wandel überall – und Sie sind live dabei
Ob es nun um den Kampf um die Apple Card geht, den Eintritt von Zahlungsanbietern in den Werbemarkt oder die gesetzliche Regulierung digitaler Währungen – eines zeigt sich klar: Die Finanzwelt steht an der Schwelle zu grundlegenden Veränderungen.
Technologieunternehmen spielen eine immer größere Rolle, klassische Banken müssen sich neu erfinden und politische Entscheidungen beeinflussen, wie wir in Zukunft zahlen, sparen und investieren.
Ich bleibe für Sie dran – mit klaren Einordnungen, verständlich erklärt. Ich freue mich, wenn Sie auch nächsten Samstag wieder dabei sind und denken Sie daran:
Wissen ist der Schlüssel, um in einer komplexen Welt die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Herzliche Grüße
Ihr Felix Baarz
Apple-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Apple-Analyse vom 05. April liefert die Antwort:
Die neusten Apple-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Apple-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.