Thyssenkrupp will seine Stahlproduktion in Duisburg dekarbonisieren. Das zentrale Element dieser Grünstahl-Transformation ist die Direktreduktionsanlage, die vom deutschen Anlagenbauer SMS Group geliefert wird. Nun gibt es hierzu ein Update.
In einem Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) betonte SMS-Chef Jochen Burg, dass die Direktreduktionsanlage in rund zweieinhalb Jahren an dem Thyssenkrupp-Standort in Betrieb gehen könnte – und damit etwa ein Jahr später, als ursprünglich angedacht war. Die Anlage würde dann sukzessive hochgefahren werden, so Burg.
Thyssenkrupp: Grüner Wasserstoff, Direktreduktion, grüner Stahl
Zur Einordnung: In der Direktreduktionsanlage wird Eisenzerz im Optimalfall durch den Einsatz von grünem Wasserstoff reduziert, also vom Sauerstoff getrennt, wodurch sogenanntes DRI (direct reduced iron) entsteht. Dieses Material wird anschließend in innovativen Einschmelzern zu flüssigem Roheisen umgewandelt und letztendlich in einem Elektrolichtbogenofen (EAF) zusammen mit weiteren Stoffen zu Stahl verarbeitet. Dieser Stahl bekommt dann das Prädikat „grün“.
Denn das Verfahren über die Direktreduktionsanlage ist wesentlich klimaschonender als der klassische Verbrennungsprozess im Hochofen, wo Eisenerz mit Koks und Kohle bei hohen Temperaturen eingeschmolzen wird, um den Sauerstoff zu entfernen und flüssiges Roheisen zu erzeugen.
Thyssenkrupp will allein mit seiner ersten Direktreduktionsanlage in Duisburg rund 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht etwa einem Fünftel der Gesamtemissionen seiner Stahlsparte.
Unterstützung von neuer Bundesregierung? Thyssenkrupp hält an Grünstahl-Transformation fest
In den letzten Jahren hatte es immer wieder Zweifel an der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit des Projekts gegeben, auch wegen der milliardenschweren Anschaffung der Direktreduktionsanlage sowie der noch hohen Preise und mangelnden Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff.
Das Management von Thyssenkrupp betonte jedoch erst kürzlich erneut, an der Grünstahl-Transformation festzuhalten. Der Konzern darf derweil auf neue Subventionen hoffen, da die (wohl) kommende Bundesregierung neue hohe Schulden auch für Klimaschutz-Programme aufnehmen dürfte.
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