Siemens-Aktie fällt: Was hinter dem 5-Milliarden-Dollar-Zukauf steckt

Siemens kauft Dotmatics für 5,1 Mrd. Dollar. Die Aktie fällt. Was hinter dem Software-Deal steckt – und warum Anleger skeptisch bleiben.

Auf einen Blick:
  • Siemens übernimmt die US-Firma Dotmatics für 5,1 Milliarden Dollar
  • Einstieg in den boomenden Life-Science-Softwaremarkt soll Innovation beschleunigen
  • Aktie reagiert negativ, Analysten hinterfragen die hohe Bewertung des Ziels

Siemens ist ein globaler Technologiekonzern mit Sitz in München. Das Unternehmen zählt zu den führenden Anbietern in den Bereichen Industrieautomatisierung, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheitswesen. Nun investiert Siemens erneut kräftig in die USA – und sorgt damit an der Börse für gemischte Reaktionen.

Milliardendeal in Boston

Siemens übernimmt für 5,1 Milliarden Dollar das US-Unternehmen Dotmatics, das auf Softwarelösungen für die Arzneimittelforschung spezialisiert ist. Die Firma mit Sitz in Boston beschäftigt rund 800 Mitarbeiter, bedient mehr als 14.000 Kunden und erzielte 2024 einen Umsatz von rund 310 Millionen Dollar. Die operative Marge liegt bei über 40 Prozent – wirtschaftlich also ein hochprofitabler Zukauf.

Mit der Akquisition will Siemens seine Position in der Industriesoftware weiter ausbauen. Das Ziel: Künstliche Intelligenz und Automatisierung stärker in den Bereich Life Sciences bringen – ein Segment, das bisher nicht zur Siemens-Kernkompetenz zählte. Der Zukauf erweitert das adressierbare Marktvolumen für Siemens laut eigenen Angaben um elf Milliarden Dollar.

Hoher Preis, ambitionierte Pläne

Die Bewertung der Übernahme sorgt allerdings für Stirnrunzeln. Siemens zahlt das 39-Fache des erwarteten operativen Gewinns von Dotmatics – ein satter Aufpreis. Analysten wie Mark Fielding von RBC loben zwar die strategische Logik des Deals, stellen aber infrage, ob die Milliardeninvestitionen zeitnah in der Bewertung sichtbar werden. Andere befürchten, dass Dotmatics – wie zuvor andere Konzerntöchter – im Siemens-Konstrukt unterbewertet bleibt.

Dennoch: Der Deal passt zur Strategie „One Tech Company“. Siemens will Industrie, Software und KI enger verzahnen und sich dadurch besser gegen Wettbewerber wie Dassault Systèmes positionieren. Mit dem Zukauf von Dotmatics entsteht eine neue Verbindung von Digital Twin, Automatisierung und datengestützter Wirkstoffforschung – eine Kombination, die künftig Innovationen beschleunigen soll.

Aktienkurs reagiert skeptisch

Am Morgen nach der Ankündigung fiel die Siemens-Aktie um rund 3,8 Prozent. Ein möglicher Grund: Die Finanzierung erfolgt nicht aus dem operativen Cashflow, sondern vor allem durch Beteiligungsverkäufe. Bereits beim Kauf von Altair im vergangenen Jahr hatte Siemens Anteile an Healthineers und Siemens Energy veräußert – nun wird ein ähnliches Vorgehen erwartet.

Siemens AG Aktie Chart

Auch die allgemeine Marktstimmung spielt eine Rolle. Investoren hinterfragen derzeit großvolumige Tech-Zukäufe, vor allem wenn der operative Gewinn des Zielunternehmens noch nicht stark skalierbar erscheint. Jefferies sieht den Kauf dennoch positiv: Siemens könne damit gezielter in den stark wachsenden Markt für Life-Science-Software vorstoßen.

Digitalisierung der Labore – Siemens will Tempo machen

Mit Dotmatics sichert sich Siemens Zugang zu einem Softwareportfolio, das bei Wissenschaftlern weltweit verbreitet ist. Tools wie SnapGene oder GraphPad Prism gelten in der Forschung als Standard. Durch die Integration dieser Produkte in die Siemens-Plattform „Xcelerator“ will das Unternehmen eine digitale Kette von der Laborarbeit bis zur industriellen Produktion schaffen.

Dabei setzt Siemens stark auf Künstliche Intelligenz. Ziel ist es, Forschungsergebnisse schneller zu analysieren, Entwicklungszyklen zu verkürzen und neue Medikamente schneller zur Marktreife zu bringen. Der Zukauf soll bis zu 500 Millionen Dollar zusätzlichen Jahresumsatz generieren – allerdings erst auf mittlere Sicht.

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