Liebe Leserinnen und Leser,
ein schlimmer Donnerstag ist nun vorbei. Rette sich, wer kann, könnte die Meldung zweifellos lauten. Rheinmetall konnte zwar gestern gut 3,1 % gewinnen, Xiaomi setzte sich noch mit 2,3 % nach vorne ab und Bayer verlor mit -1,1 % nicht so heftig.
Aber insgesamt präsentierten sich die Börsen wegen Donald Trump in desolater Verfassung. Donald Trump hat ein Beben ausgelöst und zumindest ist es wichtig für Sie, sich mit den Fakten zu befassen. Dann bleiben am Ende mit Rheinmetall und Co. sicher nur wenige Aktien übrig, die wirklich eine gute Chande auf ein ungestörtes Wachstum haben.
Trump hat viel zerschlagen!
Jedenfalls hat Donald Trump viel zerschlagen. Der US-Präsident hat gegenüber der ganzen Welt die Zölle erhöht, so weit auch diese Länder oder Regionen Zölle erheben und dabei sogar mehr veranschlagen als die USA.
Das Problem sind indes nicht die steigenden Zölle der USA, sondern – bezogen auf die Börsenruhe jedenfalls – die Gegenreaktionen. So denkt die EU bereits über Gegenmaßnahmen nach, was wiederum einen Handelskrieg wahrscheinlicher werden lässt.
Im Einzelnen:
Die EU wird nun mit 20 % Zöllen zur Kasse gebeten, die Autohersteller sogar mit 25 %. Damit hat Trump isoliert betrachtet eine Ankündigung wahrgemacht, die hier nur niemand wahrhaben wollte.
Sein Argument, die EU würde 39 % Zölle erheben. Das ist faktisch falsch. Fast noch unwirklicher ist jedoch die Gegenposition der EU unter Ursula von der Leyen. Die EU und vor allem zahlreiche Berichterstatter glauben, hier würden effektiv keine Strafzahlungen erhoben. Das ist falsch.
Die US-Unternehmen müssen bis dato deutlich größere Nachteile hinnehmen als die EU-Unternehmen. Die EU muss nun indes raus aus der Komfortzone.
Denn:
- Die EU erhebt unterschiedlich hohe Zölle je nach Produktkategorie. Nehmen wir realistischerweise und der Einfachheit halber an, es seien exakt 10 %, die es lediglich ungefähr sind. Dann sind dies schon seit langer Zeit immerhin 50 % dessen, was die USA jetzt erhebt.
- Schlimmer ist jedoch aus Sicht der US-Unternehmen und der Trump-Administration die Mehrwertsteuer, die eigentlich als Einfuhrumsatzsteuer geführt wird. Die erhebt nicht das Finanzamt, sondern tatsächlich der Zoll. Der Käufer einer Ware, sagen wir eines Autos aus den USA, ein Händler, muss noch einmal 19 % zahlen. In Summe also entgehen dem Verkäufer aus den USA in etwa 29 % dessen, was ein Käufer, ein Händler tatsächlich zahlen muss.
- Die EU möchte das so nicht sehen, viele Medien auch nicht. Es heißt, die Einfuhrumsatzsteuer würde ja dann als Vorsteuer von unserem Händler wieder abgezogen oder verrechnet werden können (was stimmt). Damit würde die Belastung nicht bei 19 % Umsatzsteuer liegen. Was ausgesprochen falsch und peinlich ist, für Medien wie Politik. Denn Die Vorsteuer kann nur geltend machen, wer ein Gewerbe hat. Das Gewerbe dient jedoch der Produktion von echtem Mehrwert, im einfachsten Fall im Handel. Dann steht am Ende der Kette irgendwann ein Privatkäufer, der die 19 % nicht mehr geltend machen, die er dennoch zahlen muss. Der amerikanische Verkäufer kann 10 % Zoll und 19 % Mehrwertsteuer am Ende weniger einnehmen als der Endkunde bezahlt (oder die Amerikaner erhöhen die Preise). Am Ende ist die einfache Frage: Wenn ein Amerikaner eine Ware für 10 Euro netto verkauft, wird der letztgültige Endkunde sicher die 10 % Zoll sowie 19 % MWSt. zahlen müssen, d. h. ungefähr 30 % mehr als das, was die Amerikaner erhalten (oder die schlagen es auf die Preise auf und werden dann nicht mehr wettbewerbsfähig sein). Aus Sicht der amerikanischen Verkäufer sind 10 % plus Mehrwertsteuer in Summe eine Belastung um 30 %. Je nachdem, belasten die Amerikaner die Europäer umgekehrt nicht in dem Maße. Sind es künftig 20 %, vielleicht noch eine regionale MWSt. von 3 %, kassieren die Amerikaner noch immer weniger als die Europäer. Trump hat der Richtung nach bezogen auf die „Gerechtigkeit“ Recht.
Die EU also könnte einfach die faktische Belastung reduzieren, schon könnten die Unternehmen hier wieder damit rechnen, dass auch beim Export in die USA wieder Zölle senken würde. Dazu wird es aber nicht kommen. Weil hier falsch oder anders gerechnet wird und die Annahme fortlebt, dass es in der EU keine umgekehrte Belastung gebe.
Damit möchten wir niemanden belehren, sondern vielmehr schließen, was passieren wird: Trump wird also, da ihm die EU nicht entgegen kommt, den Schaden wohl noch weiter steigern. Das ist das eigentlche Drama an der ganzen Angelegenheit mit den falschen Rechnungen. Es wird nicht so schnell zum Ende kommen.
Unternehmen suchen, die davon nicht abhängig sind
Clevere Investoren werden daher Unternehmen suchen, die nicht von der Entwicklung der Zölle abhängig sind. Dies ist z. B. die Rheinmetall. Die baut nicht nur für die EU oder gar Deutschland, ist aber nicht von den USA abhängig. Die Düsseldorfer haben einen erstklassigen Aufwärtstrend realisiert und stehen zumindest dem Eindruck nach erst am Anfang.
Rheinmetall Aktie Chart
- Der CEO hat vor kurzem mitgeteilt, der Nettogewinn solle bis zum Jahr 2027 auf das Doppelte steigen.
- Die Analysten von Morningstar und MorganStanley haben Kursziele formuliert, die ihresgleichen suchen. 2.000 Euro, 2.200 Euro und 3.000 Euro (hier bis zum Jahr 2030 stehen zur Debatte und im Raum). Insofern sind die Potenziale zumindest nach Ansicht der Beobachter bis dahin längst nicht ausgeschöpft.
- Rheinmetall wird zudem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vom Milliarden-Volumen des Schuldenprogramms für die Rüstung profitieren. Denn Rheinmetall baut u.a. Panzer. Es ist kaum vorstellbar, dass die Panzer nicht in Deutschland gebaut würden. Dies wiederum wirft den Scheinwerfer sofort auf die Rheinmetall. Es sieht so aus, als sollte die Rheinmetall überhaupt erst dann profitieren, wenn die neue Regierung im Amt ist und entsprechende Gesetze formulieren kann. Bis dahin muss die Aktie sich nur im sehr starken bisherigen Aufwärtstrend halten.
Donald Trump wird sicherlich mit seinen Aktivitäten auch in den kommenden Tagen noch für deutliche Kurssprünge sorgen. Rheinmetall scheint im Vergleich dazu wie ein sicherer Hafen zu sein.
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