Nike ist ein globaler Riese im Sportartikelgeschäft. Das Unternehmen steht für Performance, Style – und Massenproduktion in Asien. Doch genau diese Produktionsstrategie wird nun zum Problem. Neue US-Strafzölle auf Importwaren aus Vietnam, China und Indonesien treffen den Konzern ins Mark. Die Aktie reagiert bereits.
Tarifschraube angezogen: Vietnam wird zur Kostenfalle
Etwa 95 Prozent der Nike-Schuhe stammen aus Asien. Allein Vietnam steht für die Hälfte der gesamten Schuhproduktion. Genau dort schlägt die Trump-Regierung jetzt zu: Auf Importe aus dem Land werden ab sofort 46 Prozent Zoll fällig. Inklusive China (34 Prozent) und Indonesien (32 Prozent) verteuern sich also praktisch alle Nike-Produkte beim Eintritt in den US-Markt massiv.
Die Aktie brach im vorbörslichen Handel um fast 9 Prozent ein. Analysten befürchten, dass diese Entwicklung die Margen weiter unter Druck setzt – gerade in einem Umfeld, in dem die Konsumlaune ohnehin wackelt.
Nike Aktie Chart
Zahlen im Sinkflug: Umsatzrückgang, Margen unter Druck
Die Geschäftszahlen geben wenig Anlass zur Hoffnung. Für das laufende Quartal rechnet Nike mit einem Umsatzrückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis soll um 88 Prozent einbrechen, der Gewinn pro Aktie um 89 Prozent sinken. Die Bruttomarge liegt auf dem tiefsten Stand seit über 20 Jahren.
Ein Ende dieser Schwäche ist laut Marktbeobachtern frühestens 2026 zu erwarten. Selbst dann wird lediglich mit stagnierendem Umsatz und minimalem Gewinnwachstum gerechnet. Viel Spielraum für Fantasie bleibt nicht.
Lager übervoll, Ideen zu dünn: Das Produktproblem wächst
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Nike mangelt es derzeit an echten Verkaufsschlagern. Die einstige Coolness der Marke verblasst – vor allem im Vergleich zu Herausforderern wie On oder HOKA. In den Regalen vieler Sporthändler stehen Nike-Schuhe wieder, aber ohne den Glanz früherer Bestseller. Auch die hohe Lagerhaltung drückt: Überfüllte Lager treffen auf zögernde Kundschaft – ein explosiver Mix für die Marge.
Finanziell solide – operativ angeschlagen
Zwar ist Nike finanziell nicht in Not. Der Konzern sitzt auf über 8 Milliarden Dollar Cash, das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital ist gesund. Auch die Dividende – aktuell mit 3,5 Prozent Rendite – scheint auf kurze Sicht gesichert. Doch langfristig wirkt die hohe Ausschüttungspolitik angesichts sinkender Gewinne wenig nachhaltig.
Preisdruck von allen Seiten: Konkurrenz, Konsum, Konjunktur
Neben Zöllen belasten weitere Faktoren die Aktie: Konsumzurückhaltung, hohe Inflation und starke Konkurrenz. Gleichzeitig schrumpft die operative Marge, während Nike weiter hohe Summen an Aktionäre ausschüttet. Ein riskanter Spagat – und einer, der ohne operative Erholung kaum durchzuhalten ist.
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