Delivery Hero wächst, ohne mehr Geld für Werbung auszugeben. Seit Anfang 2025 hält der Berliner Lieferkonzern sein Vertriebs- und Marketingbudget stabil bei rund 300 Millionen Euro pro Quartal. Der Umsatz stieg im selben Zeitraum um eine Milliarde Euro auf 4,4 Milliarden Euro.
Weniger Marketing pro Euro Umsatz
Der Effekt zeigt sich in der Quote. Der Marketinganteil am Umsatz sank von 8,8 Prozent im ersten Quartal 2025 auf 6,9 Prozent im dritten Quartal 2026. Das stützt direkt die Profitabilität.
CFO Marie-Anne Popp nennt drei bis vier Kernmaßnahmen. Erstens setzt der Konzern auf personalisiertes Marketing mit KI-Unterstützung. Kunden sollen gezielt Angebote erhalten, die sie über Segmentgrenzen hinweg locken: vom Restaurant zur Schnelllieferung, vom Quick Commerce zu Health and Beauty. Auch Abonnements und die Everyday-App sollen Bestellfrequenz und Cross-Selling erhöhen. „Das funktioniert sehr, sehr gut“, sagt Popp.
Zweitens hat das Unternehmen die Erfolgsmessung verfeinert. Der Ertrag einzelner Werbeformate lässt sich dadurch genauer bestimmen und laufend nachjustieren.
Drittens nutzt Delivery Hero Markenpartnerschaften. Im Supermarkt- und Quick-Commerce-Geschäft schalten und finanzieren große Konsumgüterhersteller eigene Angebote auf der Plattform. Laut Popp ist das „kein Marketing-Investment unsererseits“, sondern eines der Partner.
Gute Zahlen, offene Übernahme
Der Hintergrund ist ein starkes drittes Quartal. Die Zahl der Bestellungen überschritt erstmals eine Milliarde. Der Konzern hob heute zum zweiten Mal in Folge alle Jahresziele an. Das bereinigte EBITDA soll nun bei 980 Millionen bis 1,02 Milliarden Euro liegen, zuvor waren es 960 Millionen bis eine Milliarde Euro.
Der Rahmen bleibt allerdings ungewöhnlich. Delivery Hero lässt sich derzeit vom US-Konzern Uber übernehmen. Die Effizienzgewinne dürften dabei ein Argument für den Wert des Geschäfts sein, den Uber ins Auge fasst.
Parallel dazu bleibt das Marketingbudget die zentrale Stellschraube. Wächst der Umsatz weiter bei konstant gehaltenen Ausgaben, sinkt die Quote weiter. Genau diese Entwicklung hat das Management mit den angehobenen Gewinnzielen für 2026 bereits eingepreist.
Delivery Hero-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Delivery Hero-Analyse vom 28. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Delivery Hero-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Delivery Hero-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
