Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn man etwas Positives zur Kursentwicklung bei Nel ASA sagen möchte, dann dieses: Die Papiere des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten sind am Donnerstag mitsamt den schwachen Märkten nach Trumps Zoll-Ankündigung zwar nach unten gegangen, aber sie sind nicht kollabiert. Die schlechte Nachricht allerdings: Einen Tag danach geht es im Vortmittagshandel in Frankfurt um gleich weitere gut sechs Prozent abwärts auf nur noch 0,19 Euro. Es ist der tiefste Stand seit Wochen, nachdem die Nel-Aktie vor gut drei Wochen so etwas wie einen zweiten Frühling erlebt hatte. Doch dieser war schneller zu Ende als von vielen erwartet.
Einstieg von Samsung E&A pushte die Nel-Aktie
Denn am 12. März, Nel ASA hatte soeben den Einstieg von Samsung E&A ins Unternehmen vermeldet, war die Aktie von zuvor 0,17 Euro in kürzester Zeit bis auf 0,33 Euro geschossen. Die Anleger schienen wieder neues Vertrauen in den wankenden Elektrolyseur-Hersteller gewonnen zu haben, wenn der koreanische Partner dieses offenbar ebenfalls hat. Doch mittlerweile scheint die Zuversicht längst wieder verloren.
Auf 40 Prozent beläuft sich der Abschlag der Aktie von Nel seit ihrem jüngsten Hoch, knapp 50 Prozent Minus sind im vergangenen Halbjahr aufgelaufen. Nimmt man die 0,79 Euro aus dem Mai 2024 als Referenz, hat das norwegische Unternehmen seitdem nicht weniger als 75 Prozent seines Börsenwerts eingebüßt.Wirklich b
Nel ASA hatte Elektrolyseur-Produktion gestoppt
Diese Entwicklung ist einerseits verständlich, hatte Nel ASA doch am 16. Januar bekanntgegeben, dass man mangels Aufträgen die Alkaline-Produktionsanlage in Herøya vorübergehend gestoppt habe. Zudem habe man Personal entlassen müssen.
- Bis heute gibt es keine Information darüber, wann Nel die Produktion wieder hochfahren wird
- Wirklich besorgniserregend aber ist, dass selbst gute Nachrichten keinen positiven Einfluss mehr haben
Folgeauftrag für Nel Hydrogen US
Denn tatsächlich hatte das Unternehmen vor gut einer Woche mitgeteilt, dass Nel Hydrogen US, eine Tochtergesellschaft von Nel ASA, von Collins Aerospace einen Auftrag über PEM-Elektrolyseur-Stacks im Wert von rund 6 Millionen US-Dollar erhalten habe. Die US-Marine soll damit Sauerstoff für lebenswichtige Anwendungen an Bord von U-Booten erzeugen, hieß es in der Mitteilung. Die Stacks werden demnach über mehrere Jahre hinweg geliefert. Die ersten Auslieferungen sollen bereits Ende 2025 erfolgen.
Dieser Auftrag ist nach Nel-Angaben der jüngste in einer Reihe von Lieferungen an den US-Kunden. Man verfüge entsprechend über langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Lieferung von Ausrüstung für diese Anwendung. Die Bestellung betrifft eine nicht genannte Anzahl von Stapeln, die in Nels Produktionsstätte in Wallingford, Connecticut, hergestellt werden.
Nel-Aktie verliert weiter an Wert
„Wir sind sehr stolz auf die langjährige Partnerschaft mit Collins Aerospace und unseren exklusiven Liefervertrag zur Herstellung von Ausrüstung, die für den langfristigen Unterwasserbetrieb von U-Booten unerlässlich ist“, kommentierte Todd Cartwright, Chief Commercial Officer von Nel, den Erfolg. Dieser neue Auftrag unterstreiche „die Stärke unserer Fertigungskapazitäten und Qualitätsstandards sowie die bewährte Leistung unserer PEM-Elektrolyseur-Technologie“, so Cartwright.
Und wie reagierten die Märkte auf diese gute Nachricht? Von 0,22 Euro am Tag zuvor zum Handelsschluss in Frankfurt verbesserten sie sich auf 0,23 Euro – nur um zwei Tage später sogar auf 0,21 Euro zurückzufallen. Seitdem haben die Papiere keinen Tag mehr mit einer höheren Bewertung abgeschlossen. Es bleibt ein (Kurs-)Trauerspiel.
Wasserstoffhochlauf verzögert sich
Und klar: Angesichts geopolitischer Spannungen und politischer Unwägbarkeiten ist der erhoffte Hochlauf bei Wasserstoff-Anwendungen in der Industrie weltweit ins Stocken geraten. Mit Folgen:
- Für 2025 plant Nel laut kapitalerhoehungen.de drastische Sparmaßnahmen
- „Die Investitionen sollen halbiert, Produktionskapazitäten angepasst werden“
Das norwegische Unternehmen wolle andererseits „von den EU- und US-Fördermitteln von über 300 Mio. USD profitieren“, heißt es. Ob dies Nel tatsächlich auch gelingen wird, steht auf einem anderen Blatt.
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