CoreWeave ist kein Name, der vielen Anlegern sofort geläufig ist – noch. Das US-Unternehmen mit Wurzeln im Krypto-Mining hat sich binnen weniger Jahre zu einem ernsthaften Herausforderer der Cloud-Giganten entwickelt. Heute gilt CoreWeave als spezialisierter Anbieter für GPU-Cloud-Infrastruktur, die gezielt auf KI-Anwendungen ausgerichtet ist. Der Börsengang im März 2025 war turbulent – doch die Story dahinter ist spektakulär.
Vom Außenseiter zur Schlüsseltechnologie
Anders als Amazon, Microsoft oder Google musste CoreWeave keine bestehende Infrastruktur umbauen – es konnte von Anfang an eine Cloud-Plattform entwickeln, die speziell für KI-Training und Inferenz optimiert ist. Das Ergebnis: deutlich höhere Auslastung der teuren Grafikkarten (70–80 Prozent vs. 30–50 Prozent bei Hyperscalern) und minimalste Latenzzeiten durch ein eigenes Glasfasernetz zwischen 14 Rechenzentren in den USA.
Auch beim Kundenbedarf hat CoreWeave den Nerv der Zeit getroffen. Von Chatbots über medizinische Diagnosesysteme bis hin zu Hochfrequenzhandel – KI-Anwendungen brauchen rechenstarke, flexible Systeme. Genau hier setzt CoreWeave an: mit elastischer, containerbasierter Infrastruktur und fein steuerbarer GPU-Vergabe.
Umsatzrakete mit Risiken
Die Zahlen sprechen für sich: Der Umsatz stieg von 15,8 Millionen Dollar (2022) auf 1,92 Milliarden Dollar im Jahr 2024 – ein Wachstum von über 12.000 Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei starken 64 Prozent. Und obwohl der GAAP-Verlust noch hoch erscheint (863 Mio. USD), sind viele davon buchhalterische Einmaleffekte aus Altverträgen. Die operative Marge ist längst im grünen Bereich.
Ein Blick in die Auftragsbücher unterstreicht das Potenzial: 15,1 Milliarden Dollar an vertraglich gesicherten Umsätzen, davon 96 Prozent bis 2030. Allerdings stammt ein Großteil des Umsatzes (2023: über 70 Prozent) von nur drei Kunden – ein Konzentrationsrisiko, das Investoren im Auge behalten sollten.
Kapital mit Köpfchen
CoreWeave expandiert schnell, aber effizient. Statt Milliarden selbst in Rechenzentren zu stecken, arbeitet das Unternehmen mit Partnern wie Blackstone und DigitalBridge: Die Hardware wird gekauft, zurückgeleast und so bilanziell schlank gehalten. Im Jahr 2024 hat CoreWeave über 250.000 Nvidia-GPUs in Betrieb genommen – bei einem Anlagevermögen von unter 10 Millionen Dollar in der Bilanz.
Diese Konstruktion erlaubt hohe Kapitalrendite, kurze Amortisationszeiten und Skalierung ohne klassische Schuldenlast. Anleger, die CoreWeave nur als „GPU-Vermieter“ sehen, unterschätzen das strategische Setup des Unternehmens.
Google will mitmischen
Laut Medienberichten steht Google kurz vor einem Deal mit CoreWeave. Es geht um den Zugang zu Nvidias neuer GPU-Generation (Blackwell-Serie) – ein deutliches Zeichen dafür, dass selbst die größten Tech-Konzerne auf CoreWeave angewiesen sind, um genügend Rechenleistung für ihre KI-Projekte zu sichern.
Parallel verhandeln beide Unternehmen über die Nutzung von CoreWeave-Rechenzentren für Googles eigene KI-Chips. Solche Partnerschaften unterstreichen die strategische Relevanz von CoreWeave in der neuen KI-Infrastruktur. Die Börsen reagierten sofort: Der Kurs legte in den letzten beiden Handelstagen um rund 66% zu.
CoreWeave Aktie Chart
Noch Cloud – bald Plattform?
CoreWeave wird an der Börse aktuell mit einem Umsatzmultiplikator von rund 14,7 (EV/Sales) gehandelt – für klassische Cloud-Player teuer, gemessen am Wachstum und der Marge aber gerechtfertigt. Viel wichtiger: Das Unternehmen entwickelt sich weg vom reinen Infrastrukturanbieter hin zur Plattform. Mit Managed Services, Inferenz-Hosting und APIs bewegt sich CoreWeave in Richtung SaaS-Logik – mit entsprechender Bewertungsperspektive.
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