Wenn der Aktienmarkt wankt, bleibt das selten ohne Folgen – nicht nur für Depots, sondern auch für die Stimmung der Verbraucher. Eine neue Analyse von Oxford Economics zeigt, wie stark Börsenbewegungen inzwischen den privaten Konsum beeinflussen. Der klassische Spruch „Die Börse ist nicht die Wirtschaft“ gilt damit immer weniger.
Wohlstand auf dem Papier – und an der Kasse
Laut Oxford Economics wirkt sich jede Veränderung von einem Dollar im finanziellen Vermögen inzwischen mit 14 Cent auf den Konsum aus. Gemeint sind dabei Aktien, Fonds, Bargeld, Rentenansprüche – also alles, was als finanzielles Polster gilt. Der sogenannte „Wealth Effect“ ist heute so stark wie selten zuvor. Besonders bemerkenswert: Finanzvermögen hat mittlerweile einen größeren Einfluss als Immobilienbesitz. Das war vor der Finanzkrise noch anders.
Warum Aktien heute wichtiger sind als Häuser
Seit dem Börsencrash 2008 haben Haushalte offenbar das Vertrauen in die Märkte zurückgewonnen – und schätzen Kursgewinne heute als stabiler ein als Immobilienpreise. Ab 2013 überflügelte die Wirkung von Aktien auf den Konsum erstmals die der Wohnimmobilien. Dieser Wandel lässt sich auch so deuten: Die breite Bevölkerung nimmt Kursverläufe inzwischen als Frühindikator für die wirtschaftliche Zukunft wahr – nicht Bauzinsen oder Quadratmeterpreise.
Rücksetzer mit realen Konsequenzen
Aktuell steckt der US-Leitindex S&P 500 in einer Korrektur. Sollte der Abschwung in einen Bärenmarkt übergehen – also einen Kursrückgang von 20 % –, würde das laut Oxford Economics 0,3 Prozentpunkte vom privaten Konsum abziehen. Was wie ein kleiner Wert klingt, hat spürbare Folgen für einzelne Branchen. Besonders betroffen wären Freizeit, Restaurants, Hotels und Fahrzeugkäufe. Diese Ausgaben sind stark abhängig von Stimmung und Vertrauen – und genau das bröckelt derzeit zusätzlich durch politische Unsicherheit, etwa bei Trumps Zollpolitik.
Ruhestand und Risiko
Ein Treiber hinter der wachsenden Börsensensibilität: die Babyboomer. Viele von ihnen leben nicht mehr vom Einkommen, sondern vom Ersparten – insbesondere in den USA. Für sie ist der Depotstand mehr als nur Zahlenspielerei – er bestimmt mit, ob die nächste größere Ausgabe überhaupt noch infrage kommt. Diese demografische Entwicklung verstärkt die Anfälligkeit des Konsums für Kursschwankungen.
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