Liebe Leserinnen und Leser,
fast schon verzweifelt suchen Investoren bei Baywa nach Signalen dafür, dass es bergauf gehen soll oder könnte. Die Notierungen aber sind am Dienstag schon wieder um gut -4,8 % gefallen. Das ist ein Alarmzeichen, denn damit ist klar, dass der Gewinn von gut 5,4 % am Vortag eigentlich beliebig gewesen ist.
Das Volumen der Aktien, die am Dienstag in den ersten Stunden gehandelt wurden – hier auf Tradegate – war zudem deutlich höher als am Vortag. Das bedeutet: Nachdem sich am Montag zaghaft Aktionäre Gewinne organisiert haben, ging es sofort wieder abwärts – weil die Masse verkaufte.
Das ist ein ungünstiges Vorzeichen. Vermutlich haben die Investoren mit ihrer Skepsis auf aktueller Basis Recht.
Baywa: Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht
Schon die jüngste Kursentwicklung müsste an den Märkten an sich beunruhigen. Das Krisen-Unternehmen hat am Freitag der vergangenen Woche einen Abschlag von gut -16,5 % hinnehmen müssen. Das zeigt, dass der Markt dem Unternehmen und seiner Aktie grundsätzlich misstraut. An den beiden vorhergehenden Tagen war es gleichfalls bergab gegangen, auch wenn die aktie nur mehr recht langsam nachgab.
Das Chartbild zeigt im aktuellen Status stärkere Schwankungen als zuvor. Die Aktionäre wissen nicht, in welche Richtung es gehen soll oder kann. Dennoch ist im Gesamtbild deutlich, dass der Wert einen massiven Abwärtstrend erreicht hat, der zudem recht stabil ist.
BayWa Aktie Chart
Die Kursperformance der BayWa-Aktie
Ohne Kenntnis der Sachlage würden neutrale Dritte hier vermuten, es würde einen Ausverkauf geben. Die Notierungen haben jeden Kontakt zu den trendbeeinflussenden und -messenden Faktoren GD100 oder GD200 verloren. Hier wird der mittel- und der langfristige Trend am Verhalten gegenüber den Durchschnittswerten über 100 oder 200 Tage festgestellt.
Die Aktie von Baywa hat demnach aus der Sicht der Trend-Analysten sehr klar den Abwärtsmarsch angetreten. Es gibt keinen nennenswerten Impuls dafür, dass es aufwärts gehen könnte.
Wohlgemerkt: Diese Trend-Sicht hat ebenso wie die Begutachtung des Chartverlaufs keine inhaltlichen Aspekte genannt, sondern beschreibt lediglich die Dynamik des Marktes.
Wirtschaftlich betrachtet sieht es für das Unternehmen ohnedies noch immer nicht „gut“ im klassischen Sinne aus.
Das alles hat seine Gründe!
Die erneute Unsicherheit hat Gründe. Die Befreiungsschläge, die Baywa an den Aktienmärkten zwischenzeitlich produzierte, waren nur kurzfristiger Natur. Denn das Unternehmen muss sich sanieren oder sanieren lassen.
Die Banken und Genossenschaften – die mit Baywa geschäftlich in Kontakt stehen -, haben dem Unternehmen eine Überbrückung ermöglicht. Um bis zu 547 Millionen Euro ist Baywa liquiditätstechnisch unter die Arme gegriffen worden. Dabei werden Zahlungsforderungen zunächst ausgesetzt. Zudem wurden liquide Mittel in das Unternehmen hineingegeben.
Die Funktion ist recht klar: Lieferanten aus der landwirtschaftlichen Branche werden bezahlt, das Vertrauen des Marktes in die Baywa darf nicht zusammenbrechen – und es geht am Ende auch um die Vermeidung der Insolvenz.
Achtung: Der Wert hat aus der Sicht von Investoren und Analysten nur eine begrenzte Überbrückung verdient, weil die Sanierung noch nicht im Ansatz begonnen hat.
Die Sanierung selbst wird erst mit dem Sanierungsgutachten von Roland Berger, einer Unternehmensberatungs-Agentur, beginnen können. Dieses Gutachten wird für September, hier wohl die zweite Monatshälfte, erwartet. Noch immer ist nichts am Gerüchtemarkt darüber zu lesen – und so wird dieses sensible Thema an den Börsen auch behandelt.
Das Gutachten müsste kaufmännisch betrachtet offen sein gegenüber allen erdenklichen Lösungen. Eine Zerschlagung des Konzerns mit rund 600 Beteiligungen ist demnach aktuell noch denkbar. Selbst wenn die Baywa dann „gerettet“ werden könnte – welchen Inhalts könnte das Unternehmen dann noch sein?
Verkauft Baywa nach Maßgabe des Sanierungsgutachtens oder auf Forderung der Gläubiger 1 Beteiligung? 10 Beteiligungen? 100 Beteiligungen? Wie schnell wird dies geschehen, wie hoch wird der Preis ausfallen, wenn die potenziellen Käufer die Drucksituation kennen?
Die Fragen sind nicht im Ansatz gelöst. Deshalb ist es aus wirtschaftlicher Sicht kaum möglich, dem Unternehmen einen „Wert“ zuzuordnen. Das bedeutet auch: Es ist am Ende alles Spekulation. Das zeigt sich wiederum an zwei Zahlen: An der Schwankungsanfälligkeit des Aktienkurses an den Börsen – und in den Analysten-Schätzungen.
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