Apple ist nicht nur das wertvollste Tech-Unternehmen der Welt, sondern auch das sichtbarste Symbol amerikanischer Innovationskraft. Doch genau das macht den Konzern in einem eskalierenden Handelskrieg zur Zielscheibe. Die Aktie verlor seit Mittwoch über 15 Prozent – und das hat Gründe, die weit über kurzfristige Marktpanik hinausgehen.
Kein Entkommen: Apple zwischen allen Fronten
Während viele Tech-Riesen unter Trumps neuen Importzöllen leiden, steht Apple besonders exponiert da. Der Grund: Über 60 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Ausland, ein großer Teil der Produktion läuft über China. Damit ist Apple doppelt verwundbar – beim Verkauf und in der Lieferkette. Strafzölle auf Importe aus China, Indien oder Vietnam treffen das Unternehmen an seiner empfindlichsten Stelle: dem Hardwaregeschäft, das für 80 Prozent der Einnahmen steht.
Preise rauf oder Marge runter?
Apple steht vor einer unpopulären Wahl: entweder höhere Preise für iPhones, Macs und Zubehör – oder schrumpfende Gewinnmargen. Laut J.P. Morgan müsste der Konzern die Preise weltweit um etwa 6 Prozent anheben, um die neuen Zölle zu kompensieren. Analysten von Morgan Stanley rechnen im schlechtesten Fall mit einem Einbruch des Gewinns je Aktie um 26 Prozent. Selbst bei geschicktem Gegensteuern bliebe ein Rückgang von 10 bis 15 Prozent – ein herber Einschnitt.
Apple Aktie Chart
Der wunde Punkt: Services unter Beschuss
Noch kritischer ist der Ausblick für Apples Services-Sparte. Sie ist das wachstumsstärkste Segment mit einer Bruttomarge von 74 Prozent. Digitale Dienste wie iCloud, Apple Music oder App Store-Verkäufe könnten bald stärker besteuert werden – etwa über neue Digitalsteuern in Europa oder Asien. Was in der Vergangenheit als stabiler Gewinnbringer galt, wird so zum nächsten Risiko.
Keine Ausnahmen mehr?
Während Apple 2018 noch auf Ausnahmeregelungen hoffen durfte, sieht es diesmal düster aus. Die neuen Zölle wurden per Notfallgesetz erlassen – ohne Möglichkeit für Firmen, Einwände einzureichen. Laut Morgan Stanley liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Apple-Ausnahme bei gerade einmal 20 Prozent. Das ist bitter: 2018 hatte Apple durch eine Ausnahme noch Luft holen können.
Indien als Hoffnungsträger – mit Einschränkungen
Apple versucht seit Jahren, die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Indien galt als Schlüssel – doch die Hoffnung trübt sich ein. Denn auch Importe aus Indien unterliegen jetzt einem Mindestzoll von 26 Prozent, aus Vietnam sogar 46 Prozent. Die neue Strategie wird so selbst zum Teil des Problems.
Der Image-Faktor: Boykottgefahr wächst
Abseits von Zahlen droht ein schwer kalkulierbarer Schaden: der Verlust von Sympathie. In einem Umfeld wachsender Nationalismen könnte Apple international zur Projektionsfläche für Antiamerikanismus werden. Boykottaufrufe gegen US-Marken sind nicht ausgeschlossen – und Apple steht mit Nike oder McDonald’s ganz oben auf der Liste globaler Markenikonen.
Was bleibt: Ein globales Unternehmen ohne globalen Rückhalt
Apple hat wie kaum ein anderes Unternehmen vom offenen Welthandel profitiert – nun wird es zum Kollateralschaden eines politischen Machtkampfes. Die Risiken sind real, messbar und teilweise schon eingetreten. Wer auf eine schnelle Lösung hofft, sollte wissen: Apple hat aktuell keinen Ort, an dem es sich verstecken kann.
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