Der Autozulieferer Adval Tech hat 2024 wegen der anhaltenden Schwäche in der Automobilindustrie und geopolitischen Unsicherheiten das dritte Jahr in Folge weniger Gewinn erwirtschaftet. Nun hat die Industriegruppe eine Vorwärtsstrategie entwickelt.
Insgesamt schrieb Adval Tech einen Verlust von 7,8 Millionen Franken nach einem Fehlbetrag von 3,9 Millionen Franken im Vorjahr. Die Aktionäre sollen deshalb erneut leer ausgehen: Der Generalversammlung wird beantragt, auf eine Ausschüttung zu verzichten. Eine Dividende wurde zuletzt 2021 ausbezahlt.
Um auf die Herausforderungen zu reagieren, hat die Geschäftsleitung eine Vorwärtsstrategie entwickelt und die Konzernstruktur angepasst. So wurden unter anderem im Bereich Automotive die Teilbereiche Metall und Kunststoff zusammengelegt. Zudem hat das Unternehmen in allen Bereichen Kostenoptimierungsprogramme und Effizienzsteigerungen eingeleitet.
Dazu gehört auch die Anpassung der Mitarbeitendenzahl an den gesunkenen Umsatz. Seit Ende Januar 2024 wurde diese um rund 10 Prozent reduziert.
Neuausrichtung in der Führungsetage
Teil der Transformation sind auch personelle Veränderungen. So werden sich Verwaltungsratspräsident Réne Rothen und Verwaltungsrat Hans Dreier an der Generalversammlung 2025 nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Als neuer Präsident vorgeschlagen wird Dirk Lambrecht. Daneben soll Jörg Buchheim als Verwaltungsratsmitglied eingesetzt werden.
Zudem hat sich Finanzchef Markus Reber entschieden, Adval Tech zu verlassen. Sein Austritt erfolgt spätestens per Ende März 2026. Die Suche nach einer geeigneten Nachfolge wurde bereits eingeleitet. Per Ende März 2025 hat sich bereits COO Jean Bäbler aus persönlichen Gründen frühzeitig in Pension begeben.
Strategische Neuausrichtung für 2025
Ein großer Teil der Maßnahmen wird sich erst ab 2025 positiv auf die Profitabilität der Gruppe auswirken. Ab dem laufenden Jahr wird Adval Tech zudem den zweiten Teil der strategischen Projekte umsetzen, mit einem Fokus auf das Wachstum im Non-Automotive-Bereich, die Optimierung der Einkaufsorganisation und die Digitalisierung.
Mit einer Prognose für 2025 bleibt Adval Tech allerdings zurückhaltend. Die Geschäftsleitung strebt eine Ergebnisverbesserung an und will die Gruppe mittelfristig zu stabilem und profitablem Wachstum führen.
Finanzielle Entwicklung unter Druck
Wegen des Cyber-Angriffs von Anfang März hatte der Autozulieferer bereits vor zwei Wochen vorläufige und nicht revidierte Zahlen veröffentlicht. Darunter die Gesamtleistung, die sich aus dem Nettoumsatz und sonstigen Einnahmen wie beispielsweise Erlösen aus dem Schrottverkauf zusammensetzt. Sie sank um 2,5 Prozent auf 174,9 Millionen Franken. Zum negativen Ergebnis beigetragen hat der Bereich Automotive, der deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.
Der Betriebsverlust vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) betrug 3,0 Millionen Franken nach 5,6 Millionen im Vorjahr. Die entsprechende Marge sank auf 1,7 Prozent nach zuvor 3,1 Prozent.
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